Jahresbericht 2019



2019 war für die IG ein ereignisreiches und auch ein erfolgreiches Jahr.

Die Vorstandsfrauen Sabine August, Iris Blum, Marlise Cramer Hug, Barbla Jäger, Heidi Witzig und Martha Beéry haben an 8 Sitzungen, die in diesem Jahresbericht erwähnten Aktivitäten und Projekte entwickelt und einen Teil davon bereits durchgeführt.

Wie üblich haben wir uns Ende Februar für die HV der IG getroffen. Ein Anlass, der zwar nicht grosse Wellen wirft, der aber für die korrekte Abwicklung der Vereinsgeschäfte wichtig ist.

Am Sonntag, den 24. März ging die zweite szenische Führung „Frauenleben vor 500 Jahren – vier St.Galler Schicksale rund ums Stadtrelief im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen über die „Bühne“. Wie schon das erste Mal war es ein gut besuchter Anlass.

Kurz danach, am Samstag, den 30. März, feierten wir in einer Jubiläumsmatinee den 75. Geburtstag von Heidi Witzig. Die Veranstaltung haben wir, gemeinsam mit dem Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte, vorbereitet und gestaltet.
Nach einer Laudatio von Elisabeth Joris würdigten verschiedene Weggefährtinnen in ihren Statements die Jubilarin mit ihren vielfältigen Engagements. Szenen aus dem Stadtrundgang Winterthur zeigten dabei eine besondere Leidenschaft von Heidi Witzig auf, die szenischen Führungen. Ein feiner Apéro der Genossenschaft Yasmin verlockte die Gäste zum Bleiben, um in Gesprächen die gemeinsamen Themen zu vertiefen.

Im Zwischenbericht konnten wir neben den verschiedenen anderen Tätigkeiten auch auf die Eingabe einer Motion von EVP Nationalrätin Marianne Streiff hinweisen. Vorgängig wurden wir von der Mitarbeiterin der Motionärin um unsere Meinung gebeten. Es war unsere Chance, unsere langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet einzubringen. Der Bundesrat soll ein Konzept für ein Nationales Frauenmuseum erstellen lassen. Die Geschichte der Frauen in der Schweiz soll sichtbar werden und damit auch bewusster. Die bereits in diesem Gebiet tätigen und interessierten Frauenkreise sollen bei der Erstellung des Konzepts miteinbezogen werden. Die Motion muss nun noch von den Räten genehmigt werden. Der Bundesrat hat sie zur Ablehnung empfohlen. Er ist der Ansicht, was im Landesmuseum an Frauengeschichte zu sehen ist, genüge. Dass wir nicht derselben Meinung sind, ist klar. Wir haben diese Meinung bei der Motionärin bereits zum Ausdruck gebracht und hoffen, dass sie sie dann, wenn das Anliegen vor dem Parlament ist, auch in ihr Statement einbezieht.

Vom 23. bis 25. August 2019 fand im Haus der FrauenGeschichte in Bonn eine Sommer-Akademie statt, an der das Vorstandsmitglied Sabine August teilgenommen hat. Das Thema "Geschlechtergeschichte im Raum der Zeit" wurde von annähernd 35 Frauen breit diskutiert, angeregt durch mehrere Vorträge, Teilnahme an Workshops (World-Cafés) und einer feministisch-kritischen Stadtführung. Diese Art der Teilnahme ist eine Gelegenheit, die Anliegen anderer aktiver Frauengruppen zu erfahren, die eigenen Vereinsaktivitäten vorzustellen und einzubringen sowie des gegenseitigen Kennenlernens, Austauschs und Networkings.

Das Museum Prestegg, in dem wir unsere Ausstellung „Frauen in der Stickerei im Rheintal“ 2017 zeigen durften, wird eine neue Dauerausstellung erhalten. Wir erhielten das Konzept, um unsere Meinung dazu einbringen zu können. Mit einigen kleinen „Handgriffen“ konnten wir dazu beitragen, dass sie gendergleichgestellt formuliert ist. Die Vorschläge seien vollumfänglich übernommen worden, wurde uns mitgeteilt. Das freut uns natürlich sehr und macht uns stolz auf unsere Arbeitsweise.

Unsere Jubiläumsbroschüre zum 10ten Gründungstag am 3. November 2020 ist auf gutem Weg.
Sabine August, die das Konzept entworfen hat, redigiert nun die von uns erarbeiteten Texte. Demnächst werden wir die Gestaltung diskutieren können.

Auch unser Projekt einer Sammlung, die wir in Koffern überall präsentierten können, läuft „nebenbei und auf leisen Sohlen“ weiter. Für einen Auftritt an der 6. Frauenmuseumskonferenz entwickeln wir eine entsprechende pantomimische Szene. Sie hilft uns in der Weiterentwicklung des Projekts.

Auch präsentieren können wir demnächst die Broschüre zur feministischen Museumspädagogik „Frauenmuseen als Erinnerungsorte“, die als Resultat der Frauenmusemskonferenz 2018 in Istanbul
entstand. Die IG ist darin vertreten. Dies mit einem Text und einem Bild zum Thema „Darstellung von Gewaltsituationen ohne explizite Gewaltdarstellung“ aus unserer Ausstellung in der Prestegg. Wir konnten dazu einen finanziellen Beitrag durch das HEKS erwirken.

Martha Beéry hat in ihrer Funktion als Präsidentin ausserdem einen Beitrag auf der Webseite „100-Frauen Schweiz“ zum Thema Frauenmuseum eingereicht.
Sie hat am Frauenstreiktag an einem Strassentheater mitgewirkt und die Eingabe der Motion für ein Schweizerisches Frauenmuseum unterstützt.
Sie nimmt weiterhin teil an den Sitzungen der Postbeijing Koordination Schweiz. Wir arbeiten für diese Organisation auch am nächsten Schattenbericht in Sachen stereotype Frauenbilder mit.

Martha Beéry war an der Abschiedsvorlesung der Historikerin Prof. Dr. Brigitte Studer in Bern. Sie hofft bald den Text der Vorlesung „Helvetia ist eine Frau“ zu erhalten, um ihn auf der Webseite veröffentlichen zu können. Denn die Webseite wird immer wieder mit neuen Informationen à jour gehalten.

Als Jahresmotto für Ende 2019 kommt mir folgendes Zitat in den Sinn:
„nume nid gsprängt aber gäng hü“ so kommt man sicherer ans Ziel.

Martha Beéry

Im Februar 2020